Herbststürme, nasses Laub und die ersten Frostnächte setzen dem Dach eines Hauses mehr zu als jede andere Jahreszeit. Kleine Schwachstellen, die im Sommer unbemerkt bleiben, entwickeln sich im Winter zu Feuchteschäden im Dachstuhl oder zu herabfallenden Ziegeln. Eine gründliche Kontrolle im Oktober oder November hilft, Folgeschäden zu vermeiden. Drei Bereiche verdienen besondere Aufmerksamkeit: die Entwässerung über Dachrinne und Fallrohre, der Schneefang und der seitliche Dachabschluss, der Ortgang.
Sicherheit zuerst: was Hausbesitzer selbst prüfen können
Arbeiten auf dem Dach sind gefährlich. Schon ein leicht geneigtes, feuchtes Dach bietet kaum Halt. Hausbesitzer sollten sich daher auf Sichtprüfungen beschränken, die vom Boden, vom Dachfenster oder von einer sicher stehenden Leiter aus möglich sind. Ein Fernglas leistet gute Dienste, um Ziegelreihen, Firstbereich und Anschlüsse zu begutachten. Wer die Dachrinne reinigen möchte, sollte nur mit standsicherer Anlegeleiter, rutschfesten Schuhen und einer zweiten Person arbeiten, die die Leiter sichert.
Alles, was ein Betreten der Dachfläche erfordert, gehört in die Hände eines Fachbetriebs. Dachdecker arbeiten mit Absturzsicherung, Dachleitern und Gerüsten und erkennen Schäden, die Laien leicht übersehen.
Dachrinne und Fallrohre kontrollieren
Eine verstopfte Dachrinne ist die häufigste Ursache für Wasserschäden an Fassade und Traufbereich. Läuft Regenwasser über den Rinnenrand, durchfeuchtet es das Mauerwerk, die Traufbohle oder die Unterkonstruktion. Gefriert stehendes Wasser in der Rinne, dehnt sich das Eis aus und kann Lötnähte oder Rinnenhalter beschädigen.
Checkliste Dachentwässerung
- Laub, Moos, Zweige und Ablagerungen aus der Rinne entfernen, am besten mit Handschuhen und einer kleinen Kelle
- Rinne anschließend mit dem Gartenschlauch durchspülen und beobachten, ob das Wasser zügig zum Ablauf fließt
- Gefälle prüfen: Bleibt an einzelnen Stellen Wasser stehen, sind möglicherweise Rinnenhalter verbogen
- Laubfanggitter oder Rinnenschutz kontrollieren und reinigen
- Fallrohre auf Verstopfung testen, Regenrohrklappen und Laubfangkörbe leeren
- Verbindungsstellen und Rinnenwinkel auf Undichtigkeiten, Rost oder abgelöste Lötnähte untersuchen
- Prüfen, ob das Wasser am Fußpunkt sauber in den Kanal oder die Versickerung abgeführt wird
Wer in der Nähe großer Laubbäume wohnt, sollte die Reinigung nach dem Laubfall wiederholen. Eine einmalige Säuberung im Frühherbst reicht dann oft nicht aus.
Schneefang: wann er nötig ist und worauf zu achten ist
Ein Schneefang verhindert, dass größere Schneemassen oder Eisplatten unkontrolliert vom Dach rutschen. Das schützt Passanten, Fahrzeuge, Wintergärten und Dachrinnen. Ob ein Schneefanggitter vorgeschrieben ist, hängt von der Region, der Dachneigung und den örtlichen Bauvorschriften ab. Unabhängig davon tragen Eigentümer eine Verkehrssicherungspflicht, wenn ihr Dach an Gehwege oder Zufahrten grenzt.
Kontrollpunkte am Schneefang
- Sitzen Schneefanggitter oder Schneefanghaken fest, oder haben sich Halterungen gelockert?
- Sind Stützen verbogen, etwa nach einem schneereichen Vorjahr?
- Ist der Schneefang über die gesamte Länge der gefährdeten Dachseite durchgängig montiert?
- Gibt es an Gauben, Dachfenstern oder Photovoltaikmodulen Bereiche, an denen Schnee unkontrolliert abrutschen könnte?
Gerade bei Dächern mit Solarmodulen ist das Thema relevant, da Schnee auf den glatten Glasflächen besonders schnell ins Rutschen kommt. Fehlt ein Schneefang an kritischen Stellen, kann ein Fachbetrieb ihn nachrüsten. Die Befestigung erfolgt an der Unterkonstruktion und sollte nicht in Eigenregie durchgeführt werden.
Ortgang und Dachrand im Blick behalten
Als Ortgang bezeichnet man den seitlichen Abschluss eines geneigten Daches am Giebel. Hier ist das Dach dem Wind besonders ausgesetzt. Sturmböen greifen unter lose Ziegel und können ganze Reihen abheben. Je nach Bauweise wird der Ortgang mit speziellen Ortgangziegeln, mit einem Ortgangbrett und Windfeder oder mit einem Blechabschluss ausgeführt.
| Ausführung | Typische Schwachstellen |
|---|---|
| Ortgangziegel | Gelockerte Befestigung, Risse, verrutschte Ziegel |
| Ortgangbrett mit Windfeder | Verwitterter Anstrich, Fäulnis im Holz, lose Nägel oder Schrauben |
| Blechverwahrung | Gelöste Falze, Korrosion, fehlende Halter |
| Mörtelverstrich (ältere Dächer) | Ausgebrochener Mörtel, Spalten, durch die Wasser und Wind eindringen |
Vom Boden aus lässt sich mit dem Fernglas erkennen, ob die Ziegelreihe am Giebel gerade verläuft oder ob einzelne Elemente schief liegen. Abgeplatzte Farbe am Ortgangbrett ist ein Hinweis darauf, dass das Holz Feuchtigkeit aufnimmt. Ein Anstrich im Spätsommer ist sinnvoll, im Winter selbst sind Holzarbeiten bei Nässe und Kälte kaum möglich.
Weitere Punkte für den Herbstcheck
Neben den drei Schwerpunkten lohnt ein Blick auf weitere Bauteile, die im Winter besonders beansprucht werden:
- Dachfläche: verrutschte, gebrochene oder fehlende Ziegel sowie starker Moosbewuchs, der Feuchtigkeit hält
- First und Grat: lockere Firstziegel oder beschädigte Lüftungselemente
- Anschlüsse: Blechverwahrungen an Schornstein, Gauben und Dachfenstern
- Dachfenster: Dichtungen, Eindeckrahmen und freie Entwässerungsrinnen
- Dachboden von innen: Wasserflecken, Lichtpunkte, feuchte Dämmung oder Schimmelspuren an Sparren
Gerade der Blick von innen wird häufig vergessen. Ein Rundgang mit Taschenlampe nach einem kräftigen Regenschauer zeigt zuverlässig, ob irgendwo Wasser eindringt.
Wann der Fachbetrieb gefragt ist
Sobald Ziegel ersetzt, Rinnenhalter nachgerichtet, Blechanschlüsse abgedichtet oder ein Schneefang montiert werden müssen, ist ein Dachdeckerbetrieb die richtige Adresse. Viele Betriebe bieten im Herbst eine Dachinspektion oder Dachwartung an, bei der die Dachfläche begangen und dokumentiert wird. Wer in der Hauptstadt wohnt, kann dafür etwa einen Dachdeckerbetrieb in Berlin wie Dachbau Janpeter beauftragen, der neben Steil- und Flachdacharbeiten auch Dachklempnerei und Dachwartung anbietet. Bei schwer zugänglichen Dächern kommt mitunter eine Drohneninspektion zum Einsatz, die ohne Gerüst einen Überblick über den Zustand verschafft.
Es empfiehlt sich, die Termine nicht zu spät zu vereinbaren. Nach den ersten Herbststürmen steigt die Nachfrage, und Reparaturen bei Frost oder Dauerregen sind nur eingeschränkt möglich. Hausbesitzer, die festgestellte Mängel mit Fotos und kurzer Beschreibung festhalten, erleichtern dem Betrieb die Einschätzung und die Planung.
Kurzer Fahrplan für die Wintervorbereitung
- September: Ortgangbrett und Holzteile prüfen, bei Bedarf streichen
- Oktober: Sichtprüfung der Dachfläche, Dachboden kontrollieren, Fachbetrieb für Reparaturen anfragen
- November: Dachrinne nach dem Laubfall reinigen, Fallrohre durchspülen, Schneefang kontrollieren
- Nach jedem Sturm: Dach vom Boden aus auf verschobene Ziegel und abgerissene Bleche absuchen
Mit diesem Rhythmus bleibt das Dach in einem Zustand, der Sturm, Schnee und Frost standhält, und kleinere Mängel werden behoben, bevor sie sich zu teuren Sanierungsfällen auswachsen.