Ausflug Fränkische Schweiz: Teufelshöhle Pottenstein

Pottenstein liegt keine zwei Stunden von Nürnberg entfernt, und trotzdem wirkt es beim ersten Besuch wie eine andere Welt. Rote Sandsteinfelsen überragen die Häuser, der Fluss Püttlach schlängelt sich durch enge Täler, und über allem thront die Burgruine. Was viele Ausflügler aber eigentlich hierher zieht, liegt unter der Erde: eine der größten Tropfsteinhöhlen Bayerns, direkt am Ortsrand.

Was die Teufelshöhle besonders macht

Die Höhle wurde 1914 entdeckt und ist seit 1922 für Besucher geöffnet. Das klingt nach Museumsatmosphäre, fühlt sich aber nicht so an. Der Rundgang führt durch rund 1,2 Kilometer ausgebaute Gänge, die Temperatur liegt konstant bei etwa 8 Grad Celsius. Wer im August kommt und kurze Hosen trägt, wird das spätestens nach zehn Minuten bereuen.

Besonders sehenswert sind die sogenannten Sinterterrassen, also treppenartige Kalzitbecken, in denen sich Wasser gesammelt hat. Hinzu kommen Stalaktiten von bis zu drei Metern Länge und die „Kristallgrotte“, ein Bereich, in dem winzige Kalzitkristalle an den Wänden glitzern. Keine Show-Beleuchtung mit Farbfiltern, sondern eher zurückhaltende Ausleuchtung, die die Formen sprechen lässt. Das ist wohltuend im Vergleich zu manchem anderen Schaubergwerk.

Die geführten Touren dauern etwa 45 Minuten, starten regelmäßig und sind auf Deutsch sowie nach Voranmeldung auch auf Englisch möglich. Für Familien mit Kindern unter vier Jahren gibt es einen separaten, kürzeren Rundgang. Wer mit Kleinkindern kommt, sollte sich das vorher auf der Webseite der Teufelshöhle bestätigen, weil die Touren je nach Saison unterschiedlich getaktet sind.

Drumherum: Das Tal als eigentliches Programm

Wer nur die Höhle besucht und danach wieder ins Auto steigt, verschenkt die Hälfte des Ausflugs. Das Püttlachtal, in dem Pottenstein liegt, ist eines der schönsten Kerbtäler der Fränkischen Schweiz. Die Felsen sind teilweise bis zu 60 Meter hoch, viele davon mit kleinen Höhlen, Überhängen und alten Kletterpfaden.

Vom Höhleneingang aus lässt sich in etwa 20 Gehminuten der Aussichtspunkt „Luchsenburg“ erreichen. Kein ausgeschilderter Touristenpfad, aber ein schmaler Weg, den Einheimische kennen. Oben schaut man direkt auf die Felsformation gegenüber und auf das Flusstal darunter. Für Familien mit Kindern ab etwa acht Jahren gut machbar.

Wandern ohne großen Aufwand

Die Fränkische Schweiz hat insgesamt rund 5.000 Kilometer ausgeschilderte Wanderwege, aber die meisten davon erfordern Anreise und Planung. Rund um Pottenstein gibt es dagegen Routen, die man spontan ablaufen kann.

  • Püttlachtalpfad: Flach, gut 8 Kilometer Hin- und Rückweg, auch mit Kinderwagen in Teilen begehbar.
  • Rundweg Teufelsberg: Circa 6 Kilometer, mittlere Schwierigkeit, schöne Ausblicke auf Pottenstein und die Burgruine.
  • Hockstein-Runde: Etwas anspruchsvoller, rund 10 Kilometer, führt an mehreren Felstürmen vorbei und bietet im Herbst besonders gute Lichtverhältnisse.

Alle drei Routen starten in Pottenstein oder am Parkplatz nahe der Höhle. Wer keinen gedruckten Wanderführer dabei hat, kommt mit der kostenlosen App des Naturparks Fränkische Schweiz gut zurecht. Die Beschilderung vor Ort ist verlässlich.

Einkehren ohne Touristenfalle

Pottenstein hat eine Handvoll Gasthäuser, und die Qualität ist uneinheitlich. Eine sichere Wahl direkt im Ort ist die Einkehr beim Brauereigasthof Hebendanz, wo es regionale Küche und lokales Bier gibt. Wer eher außerhalb essen will: Das Gasthaus zum Püttlachtal liegt gut drei Kilometer talabwärts, sitzt direkt am Wasser und ist auch bei Einheimischen aus der Umgebung beliebt. Reservierung am Wochenende empfehlenswert, die Terrasse hat nur etwa 20 Plätze.

Für die Pause zwischendurch: An der Höhle selbst gibt es eine kleine Gastronomie mit Kaffee und Kuchen. Nicht spektakulär, aber praktisch, wenn Kinder nach dem Rundgang hungrig werden.

Beste Reisezeit und praktische Hinweise

Die Hochsaison in der Fränkischen Schweiz liegt zwischen Juni und September. Wer in dieser Zeit zur Teufelshöhle will, sollte entweder früh da sein oder mit Wartezeiten rechnen. An Wochenenden im Juli und August kann es bis zu 45 Minuten Wartezeit vor der nächsten Tour geben.

Deutlich ruhiger ist es von Oktober bis Mai. Die Höhle hat ganzjährig geöffnet, die umliegenden Wanderwege sind auch im Winter gut begehbar, solange kein Frost auf den Felsen liegt. Der Herbst bringt außerdem das beste Licht für Fotos: Die Rotbuchen entlang des Tals färben sich oft bis Mitte Oktober tief orange.

Monat Besucherdichte Besonderheit
März / April Gering Erste Wandersaison, frisches Grün
Juni bis August Hoch Warme Temperaturen, lange Tage
Oktober Mittel Herbstfarben, ideales Fotolicht
Dezember / Januar Sehr gering Ruhig, teils Schnee auf den Felsen

Wie viel Zeit einplanen?

Wer nur die Höhle sehen will, kommt mit zwei Stunden hin, inklusive Anfahrt, Warten und Rundgang. Wer einen vollen Ausflugstag plant: Höhle am Vormittag, Wanderung nach dem Mittag, Einkehr am späten Nachmittag. Das ergibt gut sechs bis sieben Stunden, ohne Hektik.

Pottenstein ist kein Geheimtipp mehr, aber es ist auch kein überlaufener Massentourismusort. Wer die Fränkische Schweiz noch nicht kennt, findet hier einen guten Einstieg. Und wer sie kennt, findet hier trotzdem immer wieder etwas Neues, sobald man ein bisschen vom ausgeschilderten Weg abweicht.

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Über den Autor

Markus Weber

Markus Weber ist freier Naturfotograf und Reiseblogger aus dem Schwarzwald. Der 38-jährige hat in den vergangenen zehn Jahren die schönsten Naturlandschaften Deutschlands bereist und dokumentiert. Mit seiner Kamera fängt er die stille Schönheit von Wäldern, Bergen und Flusslandschaften ein. Für Ländlich Fein schreibt er über Wanderrouten, versteckte Naturjuwelen und die besten Ausflugstipps für naturverbundene Reisende. Sein Ziel: Menschen die Natur vor der Haustür nahebringen und für Naturschutz begeistern.

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