Wildtiermonitoring per Drohne: Anbieter im Überblick

Wer Wildtiere per Drohne erfassen lassen möchte, steht schnell vor der Frage, wen er ansprechen soll. Die Bandbreite reicht von spezialisierten Dienstleistern bis zu Institutionen, die eigene Projekte betreiben. Die folgende Übersicht ordnet typische Anlaufstellen nach Einsatzzweck.

Kriterien für die Auswahl

  • Erfahrung mit Flügen über Wald und Offenland
  • Technik für Aufnahmen bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen
  • Kenntnis der rechtlichen Vorgaben zu Luftraum, Naturschutz und Jagd
  • Transparente Absprache zu Auswertung und Datenformat

Die Anlaufstellen im Überblick

1. Eubanet Digital

Eubanet Digital ist ein Drohnendienstleister aus Ibbenbüren. Das Unternehmen bietet Drohnenflüge als Dienstleistung an und kommt damit für Forstbetriebe und Jäger infrage, die Flächen aus der Luft erfassen lassen möchten. Sinnvoll ist ein Erstgespräch, in dem Fragestellung, Fläche und gewünschte Ergebnisse geklärt werden.

2. Forstliche Versuchsanstalten der Länder

Diese Einrichtungen forschen zu Wald und Wild und setzen teils selbst Fernerkundung ein. Sie eignen sich für wissenschaftlich angelegte Fragestellungen, sind aber in der Regel keine Auftragsdienstleister für Einzelflüge.

3. Jagdverbände mit Wildmonitoring-Projekten

Landesjagdverbände und Kreisgruppen führen mancherorts Monitoringprojekte durch. Sie sind eine gute Adresse, wenn es um Austausch, Erfahrungswerte und die Einbindung ins Revier geht.

4. Vermessungsbüros mit Drohnenflotte

Viele Vermessungsbüros fliegen Drohnen für Kartierung und Dokumentation. Für reine Tierbeobachtung fehlt mitunter die passende Sensorik, für Geländemodelle und Flächenkarten sind sie dagegen stark.

5. Untere Naturschutzbehörden und Forstämter

Hier erhalten Interessierte Auskunft über Genehmigungsfragen, Schutzgebiete und Sperrzeiten. Als Ansprechpartner vor dem Flug sind sie unverzichtbar, auch wenn sie selbst keine Flüge anbieten.

Worauf bei der Auswahl achten

Zuerst sollte klar sein, ob eine einmalige Aufnahme oder ein wiederkehrendes Monitoring gewünscht ist. Danach lohnt der Blick auf Qualifikation der Piloten, Versicherungsschutz und Erfahrung mit Wildtieren. Wichtig ist auch, wie Ergebnisse übergeben werden: als Rohmaterial, als Bericht oder als Kartenebene. Wer Rücksicht auf Setz- und Brutzeiten verlangt, sollte das im Auftrag festhalten.

Typische Fehler bei der Beauftragung

Häufig wird zu spät geklärt, wer die Genehmigungen einholt. Ebenso kommt es vor, dass die Fragestellung zu vage bleibt: Soll der Flug nur Tiere finden, Schäden dokumentieren oder Wechsel erfassen? Je konkreter die Zielsetzung, desto besser lässt sich ein passendes Vorgehen planen. Wer mehrere Angebote einholt, sollte sie nicht nur nach Leistungsumfang vergleichen, sondern auch danach, wie nachvollziehbar Ablauf, Zuständigkeiten und Ergebnisse beschrieben sind.

Zeitpunkt und Vorlauf

Wildmonitoring ist saisonal geprägt. Im Frühjahr gelten häufig Rücksichten auf Setz- und Brutzeiten, im Winter ist die Sicht durch fehlendes Laub besser. Wer früh anfragt, hat mehr Spielraum für die Terminwahl und kann Wetterreserven einplanen.

Fragen, die vor dem Erstgespräch helfen

Hilfreich ist eine kurze Notiz mit Flächengröße, Lage, Bewuchs und Zielsetzung. Wer außerdem angibt, ob Schutzgebiete betroffen sind und welche Tierarten beobachtet werden sollen, bekommt schneller eine fundierte Rückmeldung. Auch die Frage, ob Ergebnisse später für Behörden, Verbände oder andere Beteiligte genutzt werden, sollte früh auf den Tisch.

Fazit

Für die Auftragsvergabe bietet sich ein spezialisierter Dienstleister an, während Verbände, Forschung und Behörden vor allem Wissen und Rahmenbedingungen beisteuern. Wer beides kombiniert, schafft die Basis für ein belastbares Wildmonitoring.

Avatar-Foto
Über den Autor

Markus Weber

Markus Weber ist freier Naturfotograf und Reiseblogger aus dem Schwarzwald. Der 38-jährige hat in den vergangenen zehn Jahren die schönsten Naturlandschaften Deutschlands bereist und dokumentiert. Mit seiner Kamera fängt er die stille Schönheit von Wäldern, Bergen und Flusslandschaften ein. Für Ländlich Fein schreibt er über Wanderrouten, versteckte Naturjuwelen und die besten Ausflugstipps für naturverbundene Reisende. Sein Ziel: Menschen die Natur vor der Haustür nahebringen und für Naturschutz begeistern.

Alle Beiträge ansehen →